Painburg

Unweit von Schloss Lichtengraben erhebt sich die eindrucksvolle Ruine der alten Painburg, die an eine der wenigen Wasserburgen Kärntens erinnert. Die Burg, die seit dem Mittelalter von wasserführenden Gräben umgeben ist, wurde vermutlich schon im Laufe des 11. oder 12. Jahrhunderts zu Wohnzwecken erbaut. Spätestens zu Anfang des 15. Jahrhunderts kam die Burg in den Besitz der Familie Pain, die ursprünglich aus der Umgebung der steirischen Handelsstadt Judenburg stammte. Die Pain, die zeitweise in bambergischen Diensten standen, besaßen im oberen Lavanttal mehrere Gold- und Silberbergwerke.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die ursprünglich eher kleine Burg wohl angesichts der drohenden Türkengefahr weiter ausgebaut und befestigt. Als spätgotische Wasserburg “Painhof” wurde sie mit einem äußeren und einem inneren Wassergraben umgeben (beide sind noch heute sichtbar), mit einer Zugbrücke ausgestattet und auch sonst in eher ungewöhnlichem Ausmaß befestigt. Die Burg besaß einen mehrgeschossigen Rundturm, dessen Mauerstärke bis zu 1,65 Meter betrug.

Charakteristische Gebäudeteile waren neben dem großen Torturm ein kleines Torhaus mit Satteldach, ein mehrgeschossiges, langgestrecktes Wohngebäude mit einem spätgotischen Saalbau und eine kleine Burgkapelle. Neben den beiden Wassergräben zeugen noch heute Pechnasen und Schießscharten von der ehemaligen Wehrfähigkeit der Painburg.

Tatsächlich drangen türkische Reiter in den achtziger und neunziger Jahren des 15. Jahrhunderts auf ihren Beutezügen immer wieder bis ins Obere Lavanttal vor und richteten hier große Schäden an. Mehrfach wurden auch die Ortschaften rund um die Stadt St. Leonhard verwüstet. Die stark befestigte Painburg, die wohl auch der Bevölkerung als Schutz- und Zufluchtsstätte diente, scheint den Angreifern aber ausreichend Widerstand geleistet zu haben.

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